Abreibung für Özgüls


ein Stück mit Figuren über Gewalt unter Kindern für Kinder im Grundschulalter.

Von Anka Sander und Rudolf Schmid
Spiel: Anka Sander, Deborah Stalling, Rudolf Schmid
Regie: Carolin Oberlaner, Bühnenmalerei: Jannette Jurenac

Das Stück hat eine Tatort-Dramaturgie. Gezeigt wird ein Fall:
Eine Bande von 8-I0 jährigen Jungen wirft eine Dose mit Silvesterkrachern in einen türkischen Laden. Dieser selbstgebastelte ››Superkracher« setzt ein paar Obstkisten in Brand und hat beinahe schlimme Folgen. Anschließend wird gezeigt, wie es dazu kam: Die Geschichte der Hauptfiguren wird aufgerollt, Hintergründe gezeigt. Es gibt die Bande: Rocky, Snakey und Fetty, die ständig ihre türkische Mitschülerin Öslem ärgern. Dadurch kommt es zur Rauferei mit ihrem älteren Bruder Murat, der seine Schwester beschützen will. Aus Rache beschließen die drei »Möchtegern-Rambos« eine Abreibung für Özgüls. Es kommt jedoch anders als geplant. Die Feindbilder verwischen, und Rocky entdeckt dabei, daß die »Türkenschnepfe« Öslem eine prima Freundin sein kann.

Wir wollen uns in diesem Stück mit dem kulminierenden Problem der Gewalt auseinandersetzen. Wir wollen zeigen, daß Gewalt bedingt ist durch Elternhaus, Schule, Umgebung, oft ein langer (schon nicht mehr bewußter) Hilferuf nach Zuwendung. Es soll auch gezeigt werden, wie Ausländerfeindlichkeit aus einer natürlichen Fremdheit entsteht und nur über Kennenlernen die Chance hat, zur Freundschaft zu werden.

Spielform

Diese Geschichte wird mit Stabfiguren in der schnoddrigen Sprache der Kinder gespielt. Ein Reporter (Schauspieler) gibt die Überleitungen und macht Interviews mit den Kindern. Als Bühne dienen Paravents und wenige Kulissenteile.