"Fantasien zu Paul Klee"


Eine multimediale Theaterperformance
mit Figuren, Objekten, und Projektionen - Dauer 90 Min.
gefördert durch 'Der Regierende Bürgermeister in Berlin'
Inszenierung: Rudolf Schmid , Regie:
Spiel: Bernd Raucamp, Marie-Elsa Drelon, Rudolf Schmid
Sprecher: Romanus Fuhrmann
Musik: Uli Wirwoll, Rudolf Schmid
Bühne, Figuren, Objekte: Theater Fadenschein
(Michael Gebhard Seele, Martin Schimöller, Hanne Scharnhorst)

Die Vorlage
Für unser Theater bieten sich Themen der bildenden Kunst an, weil wir immer multimedial gearbeitet haben, und das Figuren- und Objekttheater vielerlei Möglichkeiten der Umsetzung abstrakt bildnerischer Stoffe bietet. Ich habe in anderem Zusammenhang als Regisseur bereits zum Werk von Joan Miró gearbeitet. Der Maler Paul Klee ist schon seit längerem auf größeres öffentliches Interesse gestoßen; so gab es z. B. kürzlich eine Klee-Ausstellung in der Nationalgalerie.

Die Ausgangsidee bestand darin, zu ausgewählten Bildern von Paul Klee frei zu assoziieren. Wir wollten sehen, was uns dazu einfiel, wollen sie in Bewegung bringen und zum Leben erwecken. In Seminaren zu Kreativem Schreiben habe ich hierzu spezielle Techniken entwickelt. Zu der subjektiven Auswahl von Bildern Klees sollten synästhetisch gesammelt werden: Texte, Geschichten, Figuren und Objekte, Musik etc. Im Stil einer dadaistischen Collage wurde das so entstandene Material dann in Szene gesetzt. Das Resultat ist eine Komposition aus bildhaften Elementen, Figuren, Projektionen, Schauspiel, Musik, Texten (von Jandl z.B.), dadaistischen Gedichten sowie Kinderversen werden. Auszüge aus dem Tagebuch von Paul Klee schaffen einen dramaturgischen Bogen. Ganz in seinem Sinne will die Inszenierung "geheim Erschautes sichtbar machen".
In den Tagebüchern von Paul Klee haben wir drei für sein Schaffen zentrale Komplexe als dramaturgisch sinnvoll nutzbare Linie gefunden. Die von uns gewählten Texte werden während der Vorstellung von Band eingesprochen. Diese drei Aspekte sind:

1. Das kindlich Naive
Klee bezieht sich in seinen Bildern und Tagebüchern immer wieder auf Werke der so genannten primitiven Kunst. Wie auch bei anderen Künstlern des Expressionismus überhaupt besteht ein reges Interesse an den Ursprüngen der Kunst und an ethnologischen Sammlungen dazu. Parallel notiert Klee akribisch die Entwicklung seines kleinen Sohns, den er in frühen Jahren intensiv betreut. Er macht Notizen über dessen Entdeckung der Sprache und über seine kindlichen Spiele, baut Handpuppen für ihn und führt kleine Stücke mit ihnen auf. Daraus schöpft er künstlerische Inspiration für seine eigenen Werke.

2. „Himmel und Hölle“
Dieser Aspekt beschreibt Klees Ringen um seine persönliche Kunst: Die Faszination am Grotesken und Abgründigen, die er schon von Kindesbeinen an hat und die zu seiner Zeit auf viele abstoßend wirkt. Für die Nationalsozialisten galt er vor allem deswegen als „entartet“, aber auch sein langes Bemühen um Anerkennung seiner Kunst beim Publikum und bei Galeristen und seine ständigen Geldnöte haben damit zu tun. Zudem ist sein Schaffen von der immer wiederkehrenden Unsicherheit begleitet, ob er eigentlich Musiker oder Maler sei.

3. „Menschentier, Uhr aus Blut“
Ein anderer Aspekt, der uns interessiert, ist Klees Sicht auf das politische Umfeld seines Schaffens. Er hat den ersten Weltkrieg als Soldat erlebt und schließlich spielt die Ausgrenzung und Verfolgung unter den Nazis eine wichtige Rolle in seinem Leben.
Aus dem Tagebuch von Paul Klee:

Umsetzung
Die Akteure fungieren als "Klee-Maschinisten". Sie treten in schwarzen Anzügen mit weißen Aufschriften in dadaistischer Manier auf und setzen mechanische Objekte in Gang, bewegen Figuren, spielen mit Projektionen, malen Bilder und sprechen lyrische Texte.
Die Bühne gestaltet sich wie ein Maleratelier: Tisch, Stuhl, Staffelei, ein Overheadprojektor, leere und teils bemalte Leinwände stehen herum. Auf die Leinwände wird gemalt oder projiziert, auch dienen sie als Schattenspielwände für Rückprojektionen oder als Spielleisten für Puppen und Objekte. Der Tisch dient als Bühne für Objektspiele, die Staffelei zum Malen von Bildern oder als Guckkasten.
Mit dem Overheadprojektor werden Bilder von Klee in Bewegung gesetzt und auf Kulissen oder Spieler projiziert.


TECHNISCHE BEDINGUNGEN

Für das Stück werden benötigt:
  • eine Bühnenfläche von mind. 7x 4 m
  • eine 50 - 80 cm hohe Bühne oder ansteigende Zuschauerreihen
  • eine Mindestraumhöhe von 2,80 m
  • einen abdunkelbaren Raum
  • 2 Stromanschlüsse à 220 V / 16 A
  • Die Aufbauzeit beträgt 4 Std. , die Abbauzeit 1,5 Std.
  • Beleuchtung und Tontechnik werden von uns mitgebracht

Fliegendes Theater